Kurz- oder langfristig in Festgelder investieren?
Dass man die Angebote in der Sparte Festgelder vergleichen sollte, bevor man sich für eine bestimmte Festgeldanlage entscheidet, dürfte inzwischen nahezu jeder Anleger wissen. Und auch dass die Anlagesumme und die Laufzeit immer in Verbindung mit dem Zinssatz gesehen werden müssen, ist sicherlich kein Geheimnis mehr. Doch für welche Anlagedauer soll man sich derzeit beim Festgeld entscheiden?
Da es beim Festgeld bezüglich der Zinssätze von den meisten Banken so gehandhabt wird, dass die Zinsen mit steigender Anlagedauer ebenfalls steigen, steht der Anleger prinzipiell vor der Entscheidung kurze Laufzeit und geringer Zinssatz oder längere Anlagedauer und höhere Zinsen. Noch vor ein paar Wochen hätte man die Frage nach der zu wählenden Laufzeit ganz eindeutig beantworten können. Denn vor rund einem Monat gingen die meisten Experten noch von einem sehr guten Wirtschaftswachstum in Deutschland und anderen europäischen Staaten aus, was wahrscheinlich eine weiter steigende Inflationsrate zur Folge hätte, die die EZB dann durch Leitzinssatzerhöhungen bekämpfen würde. Und diese Erhöhungen beim Leitzins würden auch die besseren Festgeldzinsen führen, sodass Anlegern zu raten gewesen wäre, sich für relativ kurze Laufzeiten zu entscheiden, und sich damit nicht zu lange an einen vermeidlich noch recht niedrigen Zinssatz zu binden. Interessante Angebote finden sich beim Festgeldzinsen Vergleich auch für kurze Laufzeiten zwischen 6-12 Monaten.
Stagnieren die Zinsen oder gibt es gar eine Zinswende?
Inzwischen hat sich die Situation allerdings etwas geändert. Die Prognosen bezüglich des erwarteten Wirtschaftswachstums wurden bereits gesenkt, sodass auch die Inflationsgefahr etwas geringer geworden ist. Manche Experten befürchten sogar, dass sich der erwartete Aufschwung in eine Rezession umwandeln könnte, Stichwort Euro-Krise. Und sollte die bisher befürchtete Inflationssteigerung nicht eintreten, gäbe es für die EZB auch keinen wirklichen Grund mehr, den Leitzinssatz weiter anzuheben. Sollte es gar eine Rezession geben, könnten die Leitzinsen sogar wieder gesenkt werden. Die Folge wären dann Zinssenkungen im Festgeldbereich, sodass die heute aktuellen Zinssätze vielleicht sogar recht gut wären. Vor diesem Hintergrund müsste man den Anleger dann raten, die guten Zinsen im mittleren und langfristigen Anlagebereich „mitzunehmen“.